Nachtspeicherheizung

In Zeiten, in denen das Heizen mit elektrischem Strom als eine Alternative zum Heizen mit Kohle angesehen wurde, war die Nachtspeicherheizung in vielen Häusern und Haushalten anzutreffen. Immerhin konnte man sich damit den Staub und Dreck vom Hals halten. Die Erzeuger von Atomstrom versprachen ihren Kunden billigen und immer verfügbaren Strom. Da am Tage genug Strom verbraucht wurde, war der Nachtstromtarif eine Möglichkeit, in Zeiten eines geringeren Verbrauches zusätzlich Strom zu verkaufen.

Bei der Nachtspeicherheizung, genannt auch Niedertarifheizung beziehungsweise elektrische Speicherheizung, handelt es sich um eine mit elektrischem Strom betriebene Heizungsform. In einer Nachtspeicherheizung besitzt der dazugehörige Nachtspeicherofen einen Wärmespeicher. Die Aufheizung dieses Speichers erfolgt mit elektrischem Strom, speziell mit Nachtstrom. Nachtstrom gibt es in Relation zum herkömmlichen Strom im Normaltarif billiger, da er in den sogenannten Schwachlastzeiten bezogen wird. Die Funktionsweise einer Nachtspeicherheizung besteht darin, einen Wärmespeicher am Nachmittag oder in der Nacht aufzuheizen.

Der Wärmespeicher kann die Wärme mehrere Stunden halten. Mit speziellen Stromzählern wird der jeweils verbrauchte Strom zum Tagestarif und zum Nachttarif erfasst. Die Tarifumschaltung erfolgte meist via Fernsteuerung. In seltenen Fällen wird zur Umschaltung eine Zeitschaltuhr verwendet. Bei einer Nachtspeicherheizung gibt es mehrere Speicherarten. Zu unterscheiden ist dabei zwischen dem einzelnen Speichergerät (Zimmerofen), dem gesetzten Kachelnachtspeicherofen, dem Zentralspeicher für Wasserzentralheizung, der elektrischen Fußbodenheizung und dem Wasserspeicher.

Eine Nachtspeicherheizung wird mit Strom betrieben

Eine Nachtspeicherheizung wird mit Strom betrieben


Obwohl die Nachtspeicherheizung einige Vorteile gegenüber einer Öl- oder Kohleheizung hat, haben ein niedriger Gesamtwirkungsgrad der Nachtspeicherheizung und eine Reihe negativer Umwelteinflüsse bei der Stromerzeugung zu Kritik an dieser Heizungsvariante geführt. Spätestens mit der Einführung der Stromsteuer 1999 kam auf die Nachtspeicherheizung eine zusätzliche Belastung hinzu. Seit 2007 ist der Stromsteuersatz für Nieder- und Hochtarif gleich hoch. Mit einer weiteren Schwierigkeit haben die Besitzer einer Nachtspeicherheizung bereits seit der Liberalisierung des europäischen Strommarktes zu kämpfen. Unternehmen wurden neu strukturiert oder aufgeteilt.

Viele Stromanbieter kamen neu hinzu. Längst bieten nur noch wenige Versorger einen Nachtstromtarif an. Im Jahr 2009 hat sich die Bundesregierung gegen einen weiteren Gebrauch der Heizungsart Nachtspeicherheizung ausgesprochen. Die Gebäudestromheizung muss gemäß der Energiesparverordnung bis 2019 durch eine andere Heizung abgelöst werden, wenn sie vor 1990 installiert wurde und wenn mehr als fünf Wohneinheiten versorgt werden. Generell gibt es eine 30-jährige Übergangsfrist für elektrische Heizsysteme, wenn diese zwar vor 1989 installiert, jedoch danach umfassend modernisiert wurden.

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